Wo man den Lift für sich alleine hat: Skiromantik in Steinberg am Rofan

Wo man den Lift für sich alleine hat:  Skiromantik in Steinberg am Rofan

Idyllisches Skifahren in Steinberg am Rofan

Ob das wohl gut geht? „50 Prozent Steigung“ und „ausnahmsweise paarweise“ steht auf den Schildern am Beginn des Schlepplifts. „Immer schön nach vorne lehnen – mehr musst wirklich nicht machen“, beruhigt der Liftboy auf Nachfrage. Und er hat Recht, auch wenn es zunächst abenteuerlich ist, in einem so starken Winkel schnurstracks den Berg hinauf gezogen zu werden. 300 Höhenmeter und zehn Minuten später ist die Premierenfahrt im steilsten Schlepplift am Tiroler Achensee geschafft. Oben wartet Reinhard. Zur Begrüßung erhebt er sich gemächlich von seinem Holztisch, an dem er die Sonne genießt. Nach einem kurzen Plausch übers herrliche Wetter widmet er sich wieder seiner Zeitschrift. Denn es kann dauern, bis der nächste Skifahrer nach Steinberg am Rofan kommt.

Der idyllische Ort mit seinen knapp 296 Einwohnern, der sich zehn Kilometer vom nördlichen Ufer des Achensees entfernt auf einer Talhöhe von 1015 Metern erstreckt, ist als Langlaufparadies bekannt und für Skifahrer ein Geheimtipp. Zumeist sind es Einheimische, die hier mal kurz auf die Piste gehen. In der Hochsaison auch Familien, die das bekannte Skigebiet Christlum in Achenkirch zwischendurch für ein paar entspannte Schwünge in der Einsamkeit verlassen. Die beiden Rofanlifte sowie der Babyhang bringen’s zusammen nur auf gut zwei Pistenkilometer, die man allerdings fast für sich alleine hat und die für Inhaber des Christlum-Skipasses zudem gratis sind.

Während am Rofanlift 2 mit seinem Steil-Schlepper auch geübte Skifahrer die freie Fahrt in vollen Zügen genießen können, ist der Rofanlift 1 ein echtes Kinderparadies. Hier geraten Eltern auch dann nicht in Stress, wenn der Nachwuchs noch echte Probleme mit den Kurven hat oder ältere Kinder mal mit nur einem Ski fahren, spontan eine Schanze bauen oder kreativ mit der Aufstiegshilfe umgehen. Denn das Risiko, mit anderen zusammen zu stoßen, geht gegen Null. Und über allem wacht wohlwollend Liftwart René Messner, der mit Sonnenbrille auf der Holzbank sitzt und schnell weiß, wer zu wem gehört.

Im Verhältnis zu den Pistenkilometern sind die Einkehrmöglichkeiten in Steinberg am Rofan gigantisch. Im Liftstüberl werden Snacks serviert, in der Silberwaldhütte die ganze Schmankerl-Palette. Dennoch führt eigentlich kein Weg am Waldhäusl vorbei. Wer sich auskennt, beendet hier seinen Skitag, denn die urige Jausenstation lockt nicht nur mit ihrer ausgezeichneten Küche, sondern auch mit der romantischen Rodelbahn, die direkt hinter dem Haus beginnt. Gastgeber Robert Huber und seine Alexandra stellen ihre Schlitten gern zur Verfügung und knipsen die Glühbirnenkette an, wenn’s dunkel wird. Gut einen Kilometer schlängelt sich der versteckte Waldweg durch die unberührte Landschaft, zwischen den Tannenwipfeln blitzt der markante Guffert hindurch, mit 2195 Metern das Wahrzeichen der nördlichen Achensee Region. Und last but not least als Geheim-Tipp für Naschkatzen: Das neu erbaute Dorfhaus, gegenüber der Pfarrkirche. Das gutbürgerliche Gasthaus hat eine sehr große Auswahl an leckeren, selbst gebackenen Kuchen.