Knotenkunde fürs Klettern

Knotenkunde fürs Klettern

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Kletterknoten halten Alpinisten seit Jahrzehnten in den Seilen. Aber welche gibt es überhaupt? Und wann verwendet man sie? Wir haben uns im Rahmen des jährlichen Klettercamps „Klettern im Rofan“ die wichtigsten Kletterknoten angesehen. 

Know-how zum Mitnehmen  – Bevor Bergführer Andi die Teilnehmer des Klettercamps zu den ersten Metern auf der Kletterwand entließ, hieß es Wissen aneignen. Nach dem Partner-Check widmete sich die Gruppe einem der wichtigsten Punkte überhaupt: den Kletterknoten. Viele verschiedene Varianten existieren in Theorie und Praxis – hier sind fünf der wichtigsten Vertreter:

Anseil-Knoten: DOPPELTER ACHTERKNOTEN

Der Doppelte Achterknoten ist einer der am häufigsten verwendeten im Klettersport. Beim Anseilen gibt es keine schnellere und einfachere Variante“, erklärt Andi.
How-To: Am Seilende (mit genügend Restabstand) einen einfachen Achterknoten formen. Dann das Seilende an der Gurtschlaufe durch den Klettergurt und wieder herausziehen und zum Schluss dem Seilverlauf des „Achters“ erneut folgen.
Meist verwendet für: das Anseilen (Verbindung zwischen Gurt und Kletterseil).
Vorteile: sehr einfach, leicht kontrollierbar;  Nachteile: bei Druck nicht so leicht aufzukriegen.


Anseil-Knoten: DOPPELTER BULIN

Der Doppelten Bulin ist schwieriger als der Achterknoten, dafür lässt er sich auch nach Stürzen einfach wieder öffnen“, so Andi.
How-To: Das Seil von oben durch die Gurtschlaufe schieben. Ein „Auge“ direkt über dem Körper/Gurt formen. Den unterhalb verlaufenden Teil des Seils nach oben ziehen, ein „U“ daraus formen und durch das Auge stecken. Eine neue Schlaufe entsteht, durch die das andere Seilende gezogen wird. Für den Doppelten Bulin mit dem Ende dem gesamten Knotenverlauf folgen.
Meist verwendet für: das Anseilen (Verbindung zwischen Gurt und Kletterseil).
Vorteile: geht auch bei Druck leicht auf, verfängt sich nicht so leicht beim Alpinklettern; Nachteile: schwerer zu kontrollieren als der Achterknoten.

Sicherungs- & Abseilknoten: HALBMASTWURF (HMS):

Jeder Kletterer kennt den HMS-Knoten. Er ist einfach, sicher und leicht anzuwenden. Perfekt zum Sichern und Abseilen.“, meint Andi.
How-To: Mit dem Seil ein Auge bilden, bei dem das rechte Seilende unten durch läuft. Dann den unteren Teil des Seilverlaufs – der direkt nach dem Auge beginnt – auf das Auge legen, damit das Seil an einer Stelle auf dem Auge und somit doppelt liegt. Dann den Karabiner einhängen und den Knoten zuziehen.
Meist verwendet für: Partnersicherung.
Vorteile: hohe Bremswirkung, materialschonend; Nachteile: hohe Konzentration beim Sichern nötig.

Sicherungs- & Abseilknoten: PRUSIK

Wer den Prusik mit der Reepschnur beim Abseilen verwendet, geht auf Nummer sicher. Die Reepschnur sollte man immer dabei haben“, rät Andi.
How-To: Reepschnur (ca. 50 Zentimeter) nehmen und an den Enden per Sackstich (siehe nächster Knoten) zuknüpfen, damit eine Schlinge entsteht. Die Reepschnur in der Mitte unter das Kletterseil legen, das Schlingen-Ende über das Kletterseil legen und dann mit dem Knoten-Ende zwischen Kletterseil und Reepschnur durchfädeln (Ankerstich). Dann die Reepschnur. Dann die Reepschnur noch einmal um das Kletterseil führen und festziehen.
Meist verwendet für: Abseilen, als Sicherung am Bremsseil unterhalb des Abseilgeräts.
Vorteile: zieht sich bei Belastung zu, zusätzliche Sicherung; Nachteile: keine.

Verbindungsknoten: SACKSTICH

Der Sackstich ist sehr einfach zu knoten und macht die Verbindung von zwei Halbseilen möglich. Praktisch, wenn man die Wand schnell verlassen oder große Abgründe überwinden muss“, sagt Andi.
How-To: Beide Seile parallel halten, eine Schlaufe formen und von unten nach oben die Seile durchführen. Anziehen.
Meist verwendet für: die Verbindung von zwei Halbseilen, um sich schnell aus der Wand zurückzuziehen.
Vorteile: leicht zu knoten, Verlängerung des Seiles; Nachteile: keine.

 

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