130 Jahre Schifffahrt am Achensee

130 Jahre Schifffahrt am Achensee

©Achenseeschiffahrt

Eine bewegte Geschichte hat die Achenseeschiffahrt hinter sich. Sie bewältigte diese mit denselben Attributen, mit denen sie gegründet wurde: mit Weitblick und Mut.

Vor 130 Jahren legte Abt Albert Wildauer (1841–1915) den Grundstein für eine Erfolgsgeschichte. Und der Grundstein war ein teurer: 23.500 Gulden (umgerechnet etwa 240.000 Euro) nahm der Abt an Kredit auf, um damit den Bau eines Schiffs in Auftrag geben zu können. Das stieß, wie man sich vorstellen kann, nicht allerorts auf Begeisterung. Doch Wildauer, nebenbei auch Inhaber des Kapitänspatents, bewies mit dieser Entscheidung Weitblick und Mut. Und so wurde mit der St. Josef die Achenseeschiffahrt gegründet: Das neue, damals noch dampfbetriebene Schiff wurde in Teilen per Bahn nach Jenbach geliefert, von dort mit Pferden nach Pertisau transportiert und zusammengebaut. Am 27. Juni 1887 wurde es in Betrieb genommen.

Bereits zwei Jahre später – die Zahl der Passagiere war sukzessive angestiegen – wurde ein neues, größeres Dampfschiff in Dienst gestellt. Das Dampfschiff St. Benedikt war das zweite Flottenmitglied – es wurde 1958 abgewrackt. Und damit endete auch die Ära der Dampfschiffe auf dem Achensee. Die St. Josef war bereits einige Jahre zuvor von Dampf- auf Dieselbetrieb umgebaut worden. Anker und Schraube der St. Benedikt sind übrigens heute noch beim Kassahaus ausgestellt. Das erste mit einem Dieselmotor betriebene Schiff auf dem Achensee, und übrigens generell auf einem österreichischen See, war die MS Stella Maris, die 1912 in Linienbetrieb ging. In den folgenden Jahrzehnten kamen und gingen Schiffe (das jüngste Flottenmitglied ist die MS Achensee, die letztes Jahr in Betrieb ging), durchlebte die Schifffahrt eine ereignisreiche und wechselvolle Geschichte. Doch eines ist  unveränderlich: der See. Der jedoch viele Gesichter hat. Die Kapitäne der Achenseeschiffahrt kennen und lieben sie alle. Und jeder, der seine Wellen unter sich spürt, das sanfte Wogen der Wasser, der erahnt ein klein wenig von dem Zauber, den das Tiroler Meer seit jeher auf jeden Besucher ausübt.