Jessica Lind erhält Tyrolia achensee.literatour-Stipendium 2016

Jessica Lind erhält Tyrolia achensee.literatour-Stipendium 2016

13.05.2016 – Das Tiroler Literaturformat achensee.literatour erlebt derzeit seine fünfte Auflage. Die feierliche Eröffnung des dreitägigen Festivals fand am Donnerstagabend im Alten Widum in Achenkirch statt. Alfred Komarek und Judith W. Taschler lasen zum Auftakt aus ihren aktuellen Romanen. Unter der Leitung von Thomas Rottenberg diskutierten Schriftsteller und Verleger zum Thema Autorenflucht. Zudem wurde das Tyrolia achensee.literatour-Stipendium 2016 verliehen. Der Förderpreis für junge Autorinnen und Autoren ging diesmal an die Niederösterreicherin Jessica Lind.

Im voll besetzten Alten Widum in Achenkirch startete am Donnerstagabend die fünfte Auflage der achensee.literatour. Das junge Tiroler Literaturformat verbindet die landschaftliche Schönheit der wildromantischen Achensee-Region mit der Poesie des geschriebenen Wortes.

Tyrolia achensee.literatour-Stipendium an Jessica Lind

Einerseits bietet die achensee.literatour arrivierten Autorinnen und Autoren eine ganz besondere Bühne inmitten der urtümlichen Region zwischen Karwendel- und Rofangebirge. Andererseits ist die Förderung junger Talente ein Anliegen. Das Tyrolia achensee.literatour-Stipendium dient seit mittlerweile vier Jahren als Instrument, um Nachwuchsautoren eine prominente Bühne zu bieten. Nach dem Intendantenprinzip wählen die namhaften Schreiber eine oder einen Jungautor aus, die oder der förderwürdig erscheinen. 2016 fiel diese Wahl auf die Niederösterreicherin Jessica Lind. Die 28-jährige lebt und studiert in Wien, wo sie als Drehbuchautorin bereits bekannt ist. Ohne bisher einen Roman veröffentlicht zu haben, konnte Lind bereits renommierte Preise für ihre Texte gewinnen. Darunter zum Beispiel den Open Mike-Preis in Berlin im vergangenen Herbst. Mit dem Tyrolia achensee.literatour-Stipendium erhält Lind nun einen Geldpreis in der Höhe von 1.500 Euro, den die Buchhandlung Tyrolia stiftet, sowie einen einwöchigen Arbeitsaufenthalt in der Region Achensee, den der Tourismusverband zur Verfügung stellt. „Ich werde die Zeit hier nutzen, um an meinem Romanerstling weiterzuarbeiten“, so Lind. Besonders freue sie, dass die Wahl von derart namhaften Autorinnen und Autoren auf sie fiel.

Komarek und Taschler eröffnen achensee.literatour 2016

Die traditionellen Eröffnungslesungen im Alten Widum wurden heuer von Polt-Erfinder Alfred Komarek sowie der Wahltirolerin Judith W. Taschler gehalten. Komarek bestätigte bei dieser Gelegenheit, dass sein Romanheld, der Gendarm Simon Polt, das Ermitteln endgültig sein lassen werde. Taschler wiederum bot eine erste Leseprobe aus ihrem im September 2016 erscheinenden neuen Roman „Bleiben“. Die Lesungen der beiden Schriftsteller begeisterten das Publikum. Im Anschluss holten sich zahlreiche Fans ihre Widmungen und Autogramme. Das familiäre Ambiente bei der achensee.literatour bot den Besuchern die einzigartige Möglichkeit, ihre Lieblingsautoren hautnah zu erleben.

Diskussion zur Autorenflucht

Im Anschluss an die Lesungen und die Stipendiumsverleihung fand noch die Podiumsdiskussion zum Thema Autorenflucht statt. Warum wechseln österreichische Autorinnen und Autoren zu Verlagen nach Deutschland, um den Durchbruch zu schaffen? Unter der Leitung von Thomas Rottenberg diskutierten Markus Hatzer, Chef beim Tiroler Haymon-Verlag, Bernhard Aichner, Bestsellerautor der vom Haymon-Verlag zum deutschen btb-Verlag wechselte, Judith W. Taschler, die ebenfalls vom österreichischen Picus-Verlag zum deutschen Verlagshaus droemer wechselte, sowie Felix Rudloff, Literaturagent in Deutschland. Die Konstellation sorgte für eine spannende Diskussion, wurde doch Aichner bei Hatzers Haymon-Verlag groß, bevor er über Vermittlung eines deutschen Literaturagenten bei btb zum international gefeierten Star wurde. Letztlich seien es geschäftliche Überlegungen und die Größe der Märkte, die entscheidend sind, so der Tenor. Denn professionell gearbeitet werde hier wie dort.

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